20. Dezember 2018

Frauen-Power am Berg

Gemächlich schiebt sich das mächtige Pistenfahrzeug unterhalb des Stätzerhorns über den weissen Teppich. Hinter dem Steuer – Nadja Gut, eine zierliche junge Frau. Sie lenkt die 14 Tonnen schwere Maschine entspannt durch die Vollmondnacht und geniesst das Gefühl, den Berg ganz alleine für sich zu haben.
Multitasking ist das A und O.

Beinahe mühelos kämpft sich die schwere Maschine den steilen Hang empor. Es ruckelt sanft, die monotonen Geräusche haben eine einlullende Wirkung. Nicht so für die Pilotin. Hochkonzentriert justiert Nadja die verschiedenen Elemente des Bullys parallel und unaufgeregt. Was auf den ersten Blick banal wirken mag, erfordert enormes Geschick. Es gibt unzählige Knöpfe und Steuerungselemente für Winde, vorderer Rechen, hinterer Rechen, Fräse und weitere Elemente.
 

«Pistenbully fahren ist wie eine Krankheit. Und mich hat es voll erwischt.»

Im Sommer macht sie Käse auf Alp, im Winter sorgt sie für perfekt präparierte Pisten in Lenzerheide. Nadja ist sehr naturverbunden und kann sich keinen schöneren Job vorstellen: «Pistenbully fahren ist wie eine Krankheit. Und mich hat es voll erwischt.» Dieser Meinung sind auch ihre Kollegen und haben ihr den wunderbar passenden Kosenamen «Stätzer Prinzessin» gegeben.

Einsame Wölfin?

Jeder Fahrer ist mit seiner Maschine alleine für die zugewiesene Piste verantwortlich – das gilt natürlich auch für Nadja. Doch einsam fühlt sie sich deshalb noch lange nicht. Benötigt einer der Kollegen Unterstützung, fordert er dies via Funkspruch an, der Schichtchef koordiniert den weiteren Einsatz.

Nächtliches Ritual.

Ein tolles Gemeinschaftsgefühl kommt jeweils zur Geisterstunde auf. Punkt 00:00 bleibt Nadja mit ihrem Pistenfahrzeug stehen, schaltet die Drehlichter an, dreht das Radio auf und lauscht andächtig der Schweizer Nationalhymne. Die anderen Fahrer tun es ihr gleich – ein sich Nacht für Nacht wiederholendes Schauspiel der Extraklasse.

Unter der Lupe – das Resultat der letzten Nacht.

Selbst nach kurzer Bettruhe ist Nadja bei schönem Wetter frühmorgens auf dem Berg anzutreffen. Dann lässt sie es sich nicht nehmen, ihre Arbeit mit Argusaugen zu betrachten. Ist die Piste perfekt präpariert, lächelt sie zufrieden und zieht schwungvoll Kurven in den Schnee. Zurück ist sie spätestens am Abend – dann aber am Steuer ihrer geliebten Maschine.
 

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