St. Peter-Molinis & Pagig

Geprägt von Naturgewalten und politischem Kräftemessen

Fürcht nicht die Welt - greif tapfer an“ - Ob dieser Sinnspruch am schmucken Bahnhofsgebäude von St. Peter – Molinis auf die vielen Naturgewalten mit denen das Dorf Molinis zu kämpfen hatte zurückzuführen ist, oder auf das politische Kräftemessen, welches jeweils auf dem Landsgemeindeplatz bei der Kirche St. Peter ausgetragen wurde, sei dahingestellt. Die beiden Dörfer jedenfalls haben einiges an Geschichte und Natur zu bieten.
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St. Peter - Pagig

Das Dorf mit dem Doppelnamen ist verteilt auf diverse Ortschaften und Weiler. Oberhalb der Dörfer St. Peter und Pagig liegt der Weiler Fatschél, ein ehemaliges Maiensäss, das mittlerweile ganzjährig bewohnt und mit der Talstation der Sportbahnen Hochwang ein wichtiger Ausgangsort für Wintersportler und sommerliche Wandertouren ist. Im Zentrum, an der Kantonsstrasse in St. Peter, gibt es einen Dorfladen inkl. Poststelle. 

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Dörferweg Schanfigg | © Arosa Tourismus

Molinis

Das Dorf mit seinen braungebrannten Holzhäusern hat seinen Charme weitgehend erhalten und ist Kreuzpunkt für Wanderungen von Litzirüti nach Tschiertschen und St. Peter. Die fantastische Landschaft an der Plessur und die idyllischen Wanderwege laden zum Verweilen ein. 

Aktives Molinis
Biogarten Schanfigg Arosa | © Arosa Tourismus

Biogarten Schanfigg

Am Dorfeingang von Pagig befindet sich der Biogarten Schanfigg. Im Zusammenspiel von alternativer Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus ist hier in den vergangene Jahren ein farbiger Garten mit allerlei Produkten in Bio-Qualität entstanden. Jeweils im Sommer finden im Biogarten Führungen statt, bei denen die Wichtigkeit und die Herausforderungen dieses Projektes aufgezeigt werden. Zudem können am Markttisch immer frisches Gemüse, schöne Blumen und viele weitere Ernten aus dem Biogarten gekauft werden. Lokaler und frischer geht nicht!

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Schwellisee Kuehe-Arosa.jpg | © Arosa Tourismus / Nina Hardegger-Mattli

Glückshof Molinis

Der Glückshof in Molinis wurde 2014 gegründet, mit dem Anliegen, Tieren ein Zuhause zu geben, wo sie in Ruhe und Frieden alt werden können. Wenn sie den Glückshof in Molinis besuchen oder unterstützen möchten, melden Sie sich direkt bei den Betreuern. 

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„Bsatzig“ im Schanfigg

Ab 1851 bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts war St. Peter der Austragungsort der Landsgemeinde oder „Bsatzig“ für den Kreis Schanfigg. In zwei- bis dreistündigen Wahlverhandlungen im Freien wurde das Kreisgericht, der Kreispräsident (Landammann) und die Grossratsvertretung neu gewählt. Nach einem Umzug, bei dem die Amtsträger mit Weibeln und Fahnenträgern vorausgingen, hielt der reformierte Pfarrer die Bsatzigspredigt. Erst dann erfolgten die Aus-sprachen zu den Verhandlungsgegenständen und die Wahlen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung fand unter freiem Himmel ein grosses, zweitägiges Volksfest statt. Hinter der Kirche St. Peter wurden Tanzbühnen aufgestellt und die Bevölkerung schleppte Speisen und Getränke an. Dies war die grösste Feierlichkeit im Schanfigg, es waren Tage der Freude und Geselligkeit, bei denen die Bevölkerung die Mühen der täglichen Arbeit vergessen konnte.

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Kirche St.Peter

Die Kirche St. Peter mit ihrem mächtigen Glockenturm wurde im Jahr 831 erstmals erwähnt. Sie war über Jahrhunderte die bestimmende Kirche des Tals. Ein kulturhistorischer Schatz offenbart sich im Innern der Kirche, ein Wandtabernakel aus der Zeit um 1500 und üppigen Wandmalereien. Der hochmittelalterliche Turm der Kirche aus der Zeit des 11. oder 12. Jahrhunderts hat mit seinen schiessschartenartigen Öffnungen wahrscheinlich zuerst als Wachturm gedient.

Kirche_Molinis.jpg | © Arosa Tourismus / Nina Hardegger-Mattli

Kirche Molinis

Schon immer hatte die Bevölkerung Molinis mit Naturgewalten zu kämpfen. Die grösste Katastrophe suchte das Dorf 1980 heim. Rund 30000 m3 Geröll und Schlamm schwemmte der Bach „Telf“ aus dem Fatschazertobel ins Tal und zerstörte zwei Drittel des Dorfes. In knapp einer Stunde war Molinis, bis zum ersten Stock der Häuser, in einem Gemisch aus Geröll, Schlamm und Holz versunken. Die Kirche wurde nach der Katastrophe wieder aufgebaut. Heute erinnert eine Markierung in der Kirche wie hoch diese Schlammlawine war.

pradapunt_winter_5_sonjarueegg.jpg | © Sonja Rüegg

Historisches Wehr Pradapunt

Die Wasserkraft wurde in Molinis schon früh genutzt, um Holz zu sägen, Korn zu mahlen, Räder zu drehen und Strom zu erzeugen. Die Bauten der Wasserkraftnutzung sind bedeutende Bauzeugen der Technikgeschichte. So auch das Stauwehr Pradapunt unterhalb Molinis. Es dient als Wasserfassung für das Kraftwerk Lüen. Das Wasser fliesst über einen Stollen ins Wasserschloss nach Lüen und dann durch zwei Druckleitungen zur Zentrale Lüen.

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