Hochwang
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St. Peter-Pagig / Molinis

Geprägt von Naturgewalten und politischem Kräftemessen

Fürcht nicht die Welt - greif tapfer an“ - Ob dieser Sinnspruch am schmucken Bahnhofsgebäude von St. Peter – Molinis auf die vielen Naturgewalten mit denen das Dorf Molinis zu kämpfen hatte zurückzuführen ist, oder auf das politische Kräftemessen, welches jeweils auf dem Landsgemeindeplatz bei der Kirche St. Peter ausgetragen wurde, sei dahingestellt. Die beiden Dörfer jedenfalls haben einiges an Geschichte und Natur zu bieten.
St. Peter | © Nina Mattli

St. Peter - Pagig

Das Dorf mit dem Doppelnamen ist verteilt auf diverse Ortschaften und Weiler. Oberhalb der Dörfer St. Peter und Pagig liegt der Weiler Fatschél, ein ehemaliges Maiensäss, das mittlerweile ganzjährig bewohnt und mit der Talstation der Sportbahnen Hochwang ein wichtiger Ausgangsort für Wintersportler und sommerliche Wandertouren ist. Im Zentrum, an der Kantonsstrasse in St. Peter, gibt es einen Dorfladen inkl. Poststelle. Auf dem Weg nach Pagig fahren sie am Biogarten Schanfigg vorbei. Jeden Freitag Nachmittag gibt es einen Direktverkauf. Schlendern Sie durch den Garten und pflücken Sie junges, knackiges Gemüse.

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Molinis

Früher wurde Molinis „der Garten vom Schanfigg“ genannt. Zahlreiche Äcker und blühende Obstkulturen zierten den Ort. Heute wird in Molinis unter dem Label Pro Specie Rara erfolgreich und mit viel Engagement Kernobst kultiviert. Das Dorf mit seinen braungebrannten Holzhäusern hat seinen Charme weitgehend erhalten und ist Kreuzpunkt für Wanderungen von Litzirüti nach Tschiertschen und St. Peter. Im Sommer laden die gemütlichen Grillplätze an der Plessur zum bräteln ein. Sollten Sie dabei von einem Sommergewitter überrascht werden, finden Sie im Postbeizli im Dorfzentrum ein trockenes Plätzli mit gutem Service. Während den Sommermonaten verkehrt das Nostalgiepostauto. 

Aktives Molinis

„Bsatzig“ im Schanfigg

Ab 1851 bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts war St. Peter der Austragungsort der Landsgemeinde oder „Bsatzig“ für den Kreis Schanfigg. In zwei- bis dreistündigen Wahlverhandlungen im Freien wurde das Kreisgericht, der Kreispräsident (Landammann) und die Grossratsvertretung neu gewählt. Nach einem Umzug, bei dem die Amtsträger mit Weibeln und Fahnenträgern vorausgingen, hielt der reformierte Pfarrer die Bsatzigspredigt. Erst dann erfolgten die Aus-sprachen zu den Verhandlungsgegenständen und die Wahlen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung fand unter freiem Himmel ein grosses, zweitägiges Volksfest statt. Hinter der Kirche St. Peter wurden Tanzbühnen aufgestellt und die Bevölkerung schleppte Speisen und Getränke an. Dies war die grösste Feierlichkeit im Schanfigg, es waren Tage der Freude und Geselligkeit, bei denen die Bevölkerung die Mühen der täglichen Arbeit vergessen konnte.

Kirche St.Peter

Die Kirche St. Peter mit ihrem mächtigen Glockenturm wurde im Jahr 831 erstmals erwähnt. Sie war über Jahrhunderte die bestimmende Kirche des Tals. Ein kulturhistorischer Schatz offenbart sich im Innern der Kirche, ein Wandtabernakel aus der Zeit um 1500 und üppigen Wandmalereien. Der hochmittelalterliche Turm der Kirche aus der Zeit des 11. oder 12. Jahrhunderts hat mit seinen schiessschartenartigen Öffnungen wahrscheinlich zuerst als Wachturm gedient.
Kirche Molinis | © Nina Mattli

Kirche Molinis

Schon immer hatte die Bevölkerung Molinis mit Naturgewalten zu kämpfen. Die grösste Katastrophe suchte das Dorf 1980 heim. Rund 30000 m3 Geröll und Schlamm schwemmte der Bach „Telf“ aus dem Fatschazertobel ins Tal und zerstörte zwei Drittel des Dorfes. In knapp einer Stunde war Molinis, bis zum ersten Stock der Häuser, in einem Gemisch aus Geröll, Schlamm und Holz versunken. Die Kirche wurde nach der Katastrophe wieder aufgebaut. Heute erinnert eine Markierung in der Kirche wie hoch diese Schlammlawine war.

Historisches Wehr Pradapunt

Die Wasserkraft wurde in Molinis schon früh genutzt, um Holz zu sägen, Korn zu mahlen, Räder zu drehen und Strom zu erzeugen. Die Bauten der Wasserkraftnutzung sind bedeutende Bauzeugen der Technikgeschichte. So auch das Stauwehr Pradapunt unterhalb Molinis. Es dient als Wasserfassung für das Kraftwerk Lüen. Das Wasser fliesst über einen Stollen ins Wasserschloss nach Lüen und dann durch zwei Druckleitungen zur Zentrale Lüen.
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Erdpyramiden

Ein Naturphänomen in Molinis, in der sogenannten Rungserrüfi, sind die Erdpyramiden. Die Voraussetzung zur Entstehung von Erdpyramiden sind starke Regenfälle und Erosionen, dadurch bilden sich im Verlauf der Jahre säulenartige Gebilde. Einige Erdpyramiden sind mit Decksteinen überdacht und werden dadurch weniger schnell abgetragen. Weitere gut erhaltene Erdpyramiden sind auch im Gründjitobel bei Langwies zu entdecken.
Nostalgie PostAuto  | © Nina Mattli

Nostalgiepostauto

Eine romantische Fahrt im Nostalgiepostauto
Tatüü Tatoo… hört man, bevor man es sieht, das alte gelbe Nostalgiepostauto, das sich ächzend den Berg hochquält. Für einmal so langsam und gemütlich reisen, wie es unsere Grosseltern noch taten, ist in diesem Sommer Wirklichkeit geworden. Vom Bahnhof St. Peter-Molinis nach Tschiertschen oder Fatschél Hochwang fahren von Mittwoch bis Sonntag fahrplanmässige Kurse. Ein Nostalgievergnügen, das sich niemand entgehen lassen will.
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