Hochwang
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St. Peter-Pagig / Molinis

Geprägt von Naturgewalten und politischem Kräftemessen

Fürcht nicht die Welt - greif tapfer an“ - Ob dieser Sinnspruch am schmucken Bahnhofsgebäude von St. Peter – Molinis auf die vielen Naturgewalten mit denen das Dorf Molinis zu kämpfen hatte zurückzuführen ist, oder auf das politische Kräftemessen, welches jeweils auf dem Landsgemeindeplatz bei der Kirche St. Peter ausgetragen wurde, sei dahingestellt. Die beiden Dörfer jedenfalls haben einiges an Geschichte und Natur zu bieten.
St. Peter | © Foto Homberger

St. Peter - Pagig

Die Gemeinden St. Peter-Pagig und Molinis fusionierten im Jahre 2013 zur Gemeinde Arosa. Auffallend ist in St. Peter vor allem die reformierte Kirche mit seinem imposanten hochmittelalterlichen Kirchturm ein ehemals freier Wehrturm, ein Blickfang für alle Durchreisenden. In der Gemeinde St. Peter versammelte man sich früher vierteljährlich auf der Wiese seitlich neben der Kirche zur «Bsatzig», den Aussprachen zu den Verhandlungsgegenständen und Wahlen.

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Molinis | © Sonja Rüegg

Molinis

Die Wasserkraft wurde hier schon früh genutzt, um Holz zu sägen, Korn zu mahlen, Strom zu erzeugen und Räder zu drehen. Das Dorf hat seinen ursprünglichen Charme weitgehend erhalten, auch im Winter. Dank der Schattenlage des Dorfes können faszinierende Eiskristallbildungen auf dem Schnee beobachtet werden. Besonders schön zeigen sie sich im Mondlicht. Anschliessend können Sie sich im gemütlichen Postbeizli bei einer heissen «Schoggi» wieder aufwärmen. Die Schneeschuhwanderer können eine unvergessliche Wanderung von Arosa via Litzirüti nach Molinis durch bezaubernde Winterlandschaften geniessen. Weiter führt der Weg nach Tschiertschen oder zur RhB-Station St.Peter-Molinis.

Aktives Molinis
Freerider Hochwang | © sportbahnen hochwang

Schneesportgebiet Hochwang

Heute ist St. Peter vor allem bei Wintersportlern bekannt und beliebt. Vom Weiler Fatschel fährt eine Sesselbahn und danach ein Schlepplift hinauf ins Hochwanggebiet. Jeder Schneesportler findet hier ein Paradies an fantastisch präparierten Naturschneepisten, Schlittelbahnen, Freeridehänge, Winterwanderwege und bei Föhnlage sind die farbigen Schirme der Kiter an der rechten Seite der «Goldgruoben» Richtung Cunggel auszumachen. Für Sonnenhungrige und Geniesser bieten sich gemütliche Hütten und Restaurant mit Sonnenterrassen zum Entspannen und Verweilen ein.

Das Skigebiet Hochwang ist ein Geheimtipp für Wintersportler und Sonnenanbeter.

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Pradapunt im Winter | © Sonja Rüegg

Historisches Wehr Pradapunt

Die Wasserkraft wurde in Molinis schon früh genutzt, um Holz zu sägen, Korn zu mahlen, Räder zu drehen und Strom zu erzeugen. Die Bauten der Wasserkraftnutzung sind bedeutende Bauzeugen der Technikgeschichte. So auch das Stauwehr Pradapunt unterhalb Molinis. Es dient als Wasserfassung für das Kraftwerk Lüen. Das Wasser fliesst über einen Stollen ins Wasserschloss nach Lüen und dann durch zwei Druckleitungen zur Zentrale Lüen.
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„Bsatzig“ im Schanfigg

Ab 1851 bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts war St. Peter der Austragungsort der Landsgemeinde oder „Bsatzig“ für den Kreis Schanfigg. In zwei- bis dreistündigen Wahlverhandlungen im Freien wurde das Kreisgericht, der Kreispräsident (Landammann) und die Grossratsvertretung neu gewählt. Nach einem Umzug, bei dem die Amtsträger mit Weibeln und Fahnenträgern vorausgingen, hielt der reformierte Pfarrer die Bsatzigspredigt. Erst dann erfolgten die Aus-sprachen zu den Verhandlungsgegenständen und die Wahlen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung fand unter freiem Himmel ein grosses, zweitägiges Volksfest statt. Hinter der Kirche St. Peter wurden Tanzbühnen aufgestellt und die Bevölkerung schleppte Speisen und Getränke an. Dies war die grösste Feierlichkeit im Schanfigg, es waren Tage der Freude und Geselligkeit, bei denen die Bevölkerung die Mühen der täglichen Arbeit vergessen konnte.

Kirche St.Peter

Die Kirche St. Peter mit ihrem mächtigen Glockenturm wurde im Jahr 831 erstmals erwähnt. Sie war über Jahrhunderte die bestimmende Kirche des Tals. Ein kulturhistorischer Schatz offenbart sich im Innern der Kirche, ein Wandtabernakel aus der Zeit um 1500 und üppigen Wandmalereien. Der hochmittelalterliche Turm der Kirche aus der Zeit des 11. oder 12. Jahrhunderts hat mit seinen schiessschartenartigen Öffnungen wahrscheinlich zuerst als Wachturm gedient.
Kirche Molinis | © Nina Mattli

Kirche Molinis

Schon immer hatte die Bevölkerung Molinis mit Naturgewalten zu kämpfen. Die grösste Katastrophe suchte das Dorf 1980 heim. Rund 30000 m3 Geröll und Schlamm schwemmte der Bach „Telf“ aus dem Fatschazertobel ins Tal und zerstörte zwei Drittel des Dorfes. In knapp einer Stunde war Molinis, bis zum ersten Stock der Häuser, in einem Gemisch aus Geröll, Schlamm und Holz versunken. Die Kirche wurde nach der Katastrophe wieder aufgebaut. Heute erinnert eine Markierung in der Kirche wie hoch diese Schlammlawine war.
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