Verhaltenstipps beim Wandern – sicher auf Schritt und Tritt

Gemeinsam. Sicher. Glücklich.

Genauso wie du fühlen sich auch Tiere hier wohl. Kein Wunder, bei diesem Naturparadies. Auf unserem grossen Wegenetz könnt ihr euch also treffen. Was dann zu tun ist, erfährst du hier. Besonders aufpassen musst du auf Herden. Sie werden durch Herdenschutzhunde bewacht.

So schützt du dich, die Tiere und Natur.
#bettersafethansorry
Wanderung Piz Danis – Stätzerhorn | © Sundroina Pictures

Allgemeine Verhaltenstipps – schütze Flora, Fauna und dich selbst

Sicherer ist sicher sicherer.

Viele wunderschöne Wanderwege führen dich durch die Bergwelt Lenzerheide. Damit das so bleibt und du sicher nach Hause kommst, folgend ein paar Tipps.

Du und die Natur – Respekt

 

  • Es gilt Leinenpflicht für Hunde
    Bitte beachte, dass Hunde im Gemeindegebiet Vaz/Obervaz an der Leine geführt werden müssen. Dies gilt für die Wohngebiete, Wildruhezonen, Spielplätze und das gesamte Heidsee-Areal. Missachtungen der Leinenpflicht werden mit CHF 100.00 gebüsst.
  • Respektiere die Tiere und ihr Umfeld
    Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Halte Distanz und nimm deinen Hund an die Leine.
  • Halte deinen Hund unter Kontrolle
    Sammle den Hundekot ein, das Gras dient als Tierfutter. Die Tränke ist keine Badewanne. Lass deinen Hund nicht im Trinkwasser für Tiere baden.
  • Nimm deinen Abfall mit
    Abfall verunreinigt das Futter der Tiere und kann sie töten. Plastik- und Metallteile, sowie Zigarettenstummel bleiben jahrelang in der Natur liegen.
  • Beachte die Zäune und schliesse sie wieder
    Durchquere eingezäunte Weiden nur auf markierten Wanderwegen. Halte Abstand zu den Tieren. Zäune stellen sicher, dass die Nutztiere ihre Weiden nicht verlassen können. Schliesse deshalb die Zäune oder Gatter hinter dir wieder. Entkommen Tiere, kann dies zu Unfällen und zu Schäden an anderen Kulturen führen.
  • Halte die Feldwege frei
    Respektiere den landwirtschaftlichen Verkehr und halte auf Feldwegen die Durchfahrten offen.
  • Schone Kulturen
    Überquere keine Felder. Weder zu Fuss noch per Bike oder zu Pferd. So schonst du die Kulturpflanzen und die Biodiversität.
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Kühe auf Weiden – leg dich nicht mit Mama an

Mutterkühe verbringen den Sommer mit ihren Kälbern auf Bergweiden. Ihre Kälber zu schützen, ist für Mutterkühe das Wichtigste. Sich nähernde Menschen und Tieren können eine Bedrohung darstellen. Das kann für dich gefährlich werden. Deshalb solltest du gewisse Verhaltensregeln einhalten.

Verhaltensregeln auf Weiden – die Hausregeln im Kuhland

Beachte die Informationstafeln. Verhalte dich ruhig, scheuche die Tiere nicht auf und verängstige sie nicht. Schliesse das Gatter und folge dem Wanderweg. Im Allgemeinen sind Kühe neugierig und nicht gefährlich. 

Sollten Kühe dir den Weg versperren, bleib ruhig. Stehen Kühe auf dem Wanderweg, halte Abstand. Im Zweifelsfall gehst du lieber um die Herde herum. Erschrecke die Tiere nicht und drehe ihnen nicht den Rücken zu.

So wie du haben auch Rinder eine Individualzone. Wird diese verletzt, fühlen sich die Tiere oft bedrängt. Ein möglicher Angriff auf Menschen ist als Verteidigung zu verstehen. Sie wollen sich selbst, die Herde und besonders die Jungtiere schützen. Halte Distanz, um die Rinder nicht zu beunruhigen. Gehe in jedem Fall ruhig an den Tieren vorbei.

Kuhmütter wollen ihre Kälber schützen. Sie mögen es nicht, wenn Fremde ihren Nachwuchs berühren. Kälber liegen allerdings oft etwas versteckt abseits der Herde. Die Mütter behalten ihre Kleinen stets im Auge. Bei Unstimmigkeiten können sie heftig reagieren. Halte Distanz zu den Kälbern.

Gross oder klein, Rinder ordnen deinen Hund immer als Raubtier ein. Nimm deinen Hund an die Leine und halte ihn unter Kontrolle. Mache einen möglichst grossen Bogen um die Herde. Verhalte dich ruhig. Hunde erregen bei Kühen, Rindern und Stieren erhöhte Aufmerksamkeit. So wird ihr Abwehrverhalten geweckt. Lauf zwischen deinem Hund und der Herde. So ist er für die Rinder nicht so gut erkennbar.

Herdenschutz | © Herbert Aust from Pixabay

Herden mit Herdenschutzhunden – zeig Respekt und Ruhe

In der Schweiz sind rund 250 Herdenschutzhunde auf 100 Alpen im Einsatz. Sie arbeiten selbstständig und instinktsicher – auch bei uns. Damit du sie kennenlernst und besser verstehst, ein paar Regeln und Tipps.

Verhaltensregeln bei Herdenschutzhunden – so bist du safe

Die Informationstafeln sagen dir, wann du eine beschützte Weide betrittst. Verhalte dich ruhig, scheuche die Tiere nicht auf und verängstige sie nicht. Bist du mit dem Bike unterwegs, steige ab und schiebe es. Als Fussgänger:in langsam und gemütlich laufen.

Ruhig bleiben. Gib dem Hund Zeit. Er will kontrollieren, ob du eine Gefahr für die Herde bist. Das ist seine Arbeit. Halte Distanz zur Herde und provoziere den Hund nicht. Keine Stöcke, keine schnellen Bewegungen. Hat sich der Herdenschutzhund beruhigt, setze deinen Weg fort. Umgehe die Herde. Kein Füttern, kein Streicheln. Weder die Herde noch den Hund.

Hunde erregen bei Herdenschutzhunden ein verstärktes Abwehrverhalten. Nimm deinen Hund an die Leine und halte ihn unter Kontrolle. Versuche nicht, mit deinem Hund eine geschützte Herde zu durchqueren. Umgehe sie mit Abstand. Im Zweifelsfalle kehrst du um. Falls Herdenschutzhunde deinen angeleinten Hund angreifen, lass ihn los. Generell gilt: Bei Wanderungen in Gebieten mit Herdenschutzhunden wird abgeraten den Hund mitzunehmen.

Vermeide Augenkontakt mit dem Hund, aber drehe ihm nicht den Rücken zu. Der Herdenschutzhund beruhigt sich über längere Zeit nicht? Dann zieh dich mit ruhigen Bewegungen zurück.

Gebiete mit Herdenschutz

Auf folgender Karte siehst du gelb markiert die Alpweiden mit Herdenschutzhund. Die Karte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielleicht gibt es neue Weiden mit neuen Schutzhunden.

Wolf | © Rain Carnation from Pixabay

Umgang mit Wölfen – für den Fall der Felle

Der Wolfsbestand in der Schweiz wächst kontinuierlich. Grundsätzlich sind Wölfe nicht gefährlich für dich. Eine direkte Begegnung kommt selten vor. Dennoch solltest du wichtige Verhaltenstipps beachten.

  • Bleib auf Wegen und Plätzen und respektiere die Lebensräume der Wildtiere.
  • Entsorge keine Essensreste im Wald und auf Grillplätzen. Auch kleinste Menge locken Wildtiere an. Grundsätzlich sollten Wölfe nicht draufkommen, dass Menschen Futter liefern.
  • Halte deinen Hund immer unter Kontrolle.
  • Bleib ruhig stehen. Bemerkt der Wolf, dass du ihn entdeckt hast, zieht er sich in der Regel zurück.
  • Wenn der Wolf nicht umgehend flieht, mach mit bestimmter Stimme auf dich aufmerksam.
  • Ziehe dich langsam zurück. Der Wolf wird dich beobachten oder flüchtet direkt.
  • Versuche auf keinen Fall, dich dem Wolf zu nähern. Widerstehe der Versuchung, Fotos zu machen.
  • Verfolge niemals einen Wolf.
  • Füttere niemals einen Wolf
  • Findest du ein gerissenes Wildtier, melden dich beim Wildhüter Marcel Höltschi T +41 79 405 98 85.
  • Melde gesichtete Wölfe umgehend dem Wildhüter Marcel Höltschi T +41 79 405 98 85.
  • Melde alle Konflikte oder Schäden.
fairtrail-guido-demont.jpg | © Kanton Graubünden

Fair Trail – sind nett mitanand

Manchmal wäre man lieber allein auf der Welt. Oder wenigstens auf dem Wanderweg. Ist man aber nicht. Darum muss man sich mit den anderen arrangieren. Es ist gar nicht so schwierig. Gegen ein Lächeln und ein Zurücklächeln hat eigentlich niemand etwas. Give it a try! 

Trail Toleranz beim Wandern

  • Du hast Vortritt.
  • Hast du Platz, gehst du zur Seite.
  • Biker behinderst du nicht unnötig.

Koexistenz und Entflechtung
Zusammen auf einem Weg. Oder doch für Wanderer:innen und Biker:innen eigene Trails bauen? Zwei Wege wären schon besser. Wanderer:innen wären ungestört, Biker:innen müssten nicht bremsen. Wir nennen das Entflechtung. Wo es möglich ist, tun wir es. Aber die Natur hat das letzte Wort. Es wäre ein unverantwortlicher Eingriff, alle Wanderwege mit eigenen Bike Trails zu ergänzen. Bei stark benutzten Wegen macht eine Entflechtung Sinn. Bei wenig frequentierten Abschnitten müssen sich Wanderer:innen und Biker:innen das Wegerecht teilen.

Schaut zueinander. Biker:innen gehen auch mit der Familie wandern. Oder Wanderer:innen haben ein E-Mountainbike im Keller. Oder eins im Sinn. Wir wollen nicht verbieten. Wir wollen das Erlebnis Natur für alle möglich machen.

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