Bärin Jamila im Winter aktiv – milde Temperaturen im Arosa Bärenland spürbar
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Dass Braunbären im Winter zeitweise aktiv sind, ist grundsätzlich normal. Sie halten keinen tiefen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Dabei sind Stoffwechsel und Aktivität reduziert, doch die Tiere bleiben beweglich und können ihre Ruheplätze verlassen. Milde Temperaturen können diese Aktivitätsphasen begünstigen. Aufgrund des geringen Schnees gibt es im Bärenland derzeit auch grüne Stellen. Die Bären befinden sich weiterhin in der Winterruhe, bewegen sich also sehr langsam und energieschonend. Weil nur wenig Schnee liegt, ist der Energieaufwand bei der Fortbewegung geringer, weshalb die Tiere ihre Rückzugsorte gelegentlich für kurze Zeit verlassen. Sobald wieder mehr Schnee fällt, wird sich dieses Verhalten voraussichtlich wieder reduzieren. Die Bären sind sehr anpassungsfähig, und die derzeitige Aktivität hat keinen negativen Einfluss auf ihre Gesundheit.
Entscheidung im Sinne des Tierwohls
Die Öffnung der Aussenanlage erfolgte in erster Linie aus Gründen des Tierwohls.
«Wir beobachten Jamila in diesem Winter fast täglich in kurzen Aktivitätsphasen. Wenn sie das Bedürfnis hat, nach draussen zu gehen, soll sie diese Möglichkeit haben», sagt Hans Schmid. «Es ist uns wichtig, dass das Tier selbst entscheiden kann, wie es sich verhält.»
Der Betrieb der Anlage wurde entsprechend angepasst und sicherheitstechnisch auf Normalbetrieb umgestellt.
Chance für Besucher und Öffentlichkeit
Die Situation bietet auch die Möglichkeit, die Tiere im Winter gelegentlich zu beobachten. Vom angrenzenden Ski- und Spaziergebiet aus kann Jamila mit etwas Glück in der Aussenanlage gesehen werden. Das Personal vor Ort ist informiert und steht Gästen für Auskünfte zur Verfügung. Das Arosa Bärenland ist jeweils am Donnerstag von 13.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
«Viele Menschen glauben, Bären würden den ganzen Winter durchgehend schlafen. Wenn Jamila ab und zu draussen zu sehen ist, hilft das, ein realistischeres Bild vom Verhalten dieser Tiere zu vermitteln», sagt Schmid.
Verhalten passt sich den Bedingungen an
Fachleute beobachten seit einigen Jahren, dass sich das Verhalten von Bären zunehmend an veränderte Witterungsbedingungen anpasst. Mildere Winter können dazu führen, dass Tiere später in die Winterruhe gehen, diese häufiger unterbrechen oder insgesamt weniger lange ruhen.
Für Jamila bedeutet dies in diesem Jahr vor allem eines: mehr Flexibilität – und für Besucherinnen und Besucher die seltene Gelegenheit, eine Bärin auch in der kalten Jahreszeit in Bewegung zu erleben.