Je früher desto besser
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Arosa (Rundwanderung)

Der Bus nach Prätschli hält gleich beim Bahnhof. Da er ein dichtes Wandergebiet erschliesst und Bus-Fahrten in Arosa gratis sind, sollten wir uns rechtzeitig einen Sitzplatz sichern. Die Wanderroute ist gut markiert. Wir folgen zuerst dem Wegweiser nach Scheidegg, dann nach Ochsenalp und schliesslich nach Rot Tritt und Prätschli. Die gute Beschilderung und die lückenlosen Markierungen erlauben es uns, uns ganz den Naturschönheiten zu überlassen.

Bei der Bushaltestelle Prätschli wenden wir uns nordwärts und folgen zunächst einem anfangs noch recht breiten Weg sanft aufwärts. Bald haben wir die Waldgrenze überschritten. Bevor wir zum Ober Prätschsee kommen, biegen wir links in einen schmalen Pfad ein. In wechselnden Steigungen und auch immer wieder über erholsame ebene Teilstücke führt er über einen Geländekamm, die Scheidegg. In langgezogenen Schwüngen folgt nun der Pfad dem weichen Hang, der sich von den Ausläufern des Weisshorns herabzieht.

Wir blicken über das Schanfigg nordwärts talaus. Die Leute auf der Ochsenalp unterhalten eine gepflegte Bergwirtschaft mit verhältnismässig reichem Angebot. Besonders empfehlenswert sind die selbst hergestellten Milchgetränke. Wenn wir dann von der Ochsenalp aufbrechen, müssen wir uns entscheiden, ob wir dem bequemen, kaum befahrenen, ungeteerten Alpsträsschen folgen wollen oder dem hübsch angelegten, abwechslungsreichen Wanderweg nach Rot Tritt.

Wir empfehlen die zweite Möglichkeit. Deshalb gehen wir einige Schritte denselben Weg, den wir gekommen sind, bis zum vielarmigen Wegweiser, der uns sicher der Bergschulter entlang führt. Schon bevor wir Rot Tritt erreichen, überrascht uns die Sicht auf die reich gegliederte, melodisch gebildete Aroser Bergwelt ringsum. Wir vergessen die Zeit! Über Weiden und durch kleine Waldstücke kommen wir gemütlich nach Prätschli zurück.

Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli ist diese Wanderung besonders schön. Dann gehen wir durch eine Blumenfülle wie im Paradies. Das weidende Vieh ist in der Regel gut abgezäunt. In der kargeren Sommerzeit aber zeigt sich die Modellierung des Geländes besonders eindrücklich. Im Herbst freuen wir uns an den kupferigen Farben von Lärchen und Kräutern.